Richtiges Dehnen von Ohrlöchern

Vorwort

Wenn man sich dazu entschließt, die Ohrlöcher zu dehnen, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es sich 
(unter Umständen) ein bleibender Eingriff auf den eigenen Körper ist.
Zu Beginn sollte man stets mit einem Dehnstab der Größe 2mm beginnen. 
Vorrausgesetzt ist jedoch ein vollständig abgeheiltes „normales“ Ohrloch (0,8mm - 1mm). 
Dehnstäbe sind grundsätzlich keilförmig, sprich die Millimeter Angabe bezieht sich immer auf das Ende (die dickste Stelle). 

Der richtige Anfang

Mit dem Dehnen anfangen sollte man am besten nach dem Duschen, da die Haut dann weicher ist und die Poren geöffnet 
sind, das Gewebe entspannter ist. Man sollte das Ohrläppchen eincremen und dann langsam den Dehnstab einführen bis man Widerstand spürt. 
Man befestigt den Dehnstab vorne und hinten jeweils mit einem kleinen Gummi, damit er über Nacht nicht herrausrutscht. 
Nach ca. 4 Tagen kann man den Stab ein wenig weiter durchschieben und man merkt sofort, dass das Gewebe anfängt sich mitzudehnen. Verspürt man Schmerzen, sollte man noch ein paar Tage warten, da jedes Gewebe unterschiedlich viel Zeit 
beansprucht um gedehnt zu werden. 
Zudem sollte man das Ohrloch täglich desinfizieren, damit erst gar keine Entzündung durch aufgerissene Haut 
(das passiert wenn man zu schnell dehn und nicht auf die Schmerzen achtet) zustande kommt. 
Ist der Dehnstab bis zu dicksten Stelle im Ohrloch, sollte er noch mindestens 1 Woche auf diesem Stand bleiben, damit sich das Gewebe etwas beruhigen kann. 
Nach dieser Woche kann man dann mit einem 3mm Dehnstab fortfahren. 

Das richtige Weiterdehnen

Dieselbe Vorgehensweise wie bei dem 2mm Stab. Nach dem Duschen, eincremen und einführen bis man einen Widerstand 
spürt und den Stab vorne und hinten mit dem Gummi befestigen. 
Auch bei 3mm sollte man sich Zeit lassen (generell bei allen Größen gilt, nicht wer in kürzester Zeit die größten Löcher hat macht es richtig) und eine Woche den Stab bei 3mm beibehalten. 
Von 3mm muss man noch einmal mit einem 1mm Schritt weiter machen, nämlich auf 4mm. 
Immer dieselbe Vorgehensweise. Ab 4mm kann man dann im 2mm Rhythmus weiterdehnen, da die Stäbe an der dünnsten Stelle unter der nächst kleineren Größe liegen und somit gut reingehen und man sie auch zum Halten bekommt. 
So macht man dann weiter, bis man die gewünschte Größe erreicht hat und entweder einen Plug (geschlossener „Pflock“) 
oder einen Tunnel (offen) als Schmuck einsetzten kann. 

Dehnen mit Dehnschnecken

Nun gibt es nicht nur Dehnstäbe sondern auch Dehnschnecken. Jeder muss für sich selber herrausfinden, welche Art von Dehnungsutensilien für ihn besser, angenehmer oder attraktiver ist. 
Die Schnecken fangen jedoch erst bei 3mm an, also ist der erste Schritt bei beiden Wegen derselbe. 
Das Prinzip des Dehnens bleibt auch mit den Schnecken dasselbe jedoch werden die kleinen Kringel mit der 
dünnsten Stelle vorraus ins Ohrloch eingedreht. 
Auch dabei gilt, ist die dickste Stelle erreicht, sollte man eine Woche zum Stillstand kommen. 
Standartgrößen, bei welcher Millimeter bzw. Zentimetergröße viele aufhören gibt es kaum. 
Man könnte behaupten das viele inzwischen 8mm und 14mm zum Stillstand kommen. Einige dehnen aber auch auf 
extremere Größen hin, im 20mm bzw. 30mm Bereich. Den Schmuck dazu gibt es mittlerweile bis 50mm. 

Vorsicht!

Sollte bei Dehnen oder bei zu schnellem Dehnen das Gewebe einreißen gilt es stets den Dehnstab bzw. Dehnschnecke auf eine kleinere Größe zu reduzieren, damit das Ohr etwas Luft, hat und eventuelles Wundsekret abfließen kann. 
Dazu sollte man das Ohr 2 mal täglich desinfizieren und mit einem Antiseptikum versorgen (Betaisodona oder Tyrosur). 
Erst wenn das Gewebe vollständig abgeheilt ist, sollte weitergedehnt werden. 
Zudem die Gefahr, dass eine Rückbildung des gedehnten Ohrlochs bei eingerissenem Gewebe nicht gewährleistet ist. 
Ab einer gewissen Größe bilden sich auch richtig gedehnte Ohrlöcher nicht mehr vollständig zurück. 
Im schlimmsten falle kann ein eingerissenes Ohrloch zum Absterben des Gewebes führen oder gar zur Ohrläppchenamputation. 
Es kann auch bei zu dünnem Gewebe und zu großen Dehnziel dazu kommen, dass das komplette Ohrloch reißt, dies kann man dann zunähen lassen, was jedoch mit Kosten verbunden ist. 
Deshalb sollte man ab einer Größe von 20mm den Schmuck regelmäßig herrausnehmen und die Ohrläppchen massieren um die Durchblutung anzuregen. 

Herkunft

Zurückzuführen ist das Dehnen von Körperteilen auf die Ureinwohner mancher afrikanischen Stämme. 
In einem dieser Stämme beginnt man ab dem 6ten Lebensjahr pro Jahr das Ohrloch um 1mm zu dehnen. 
Dies ist eine Geste der Geduld und Weisheit. 
Daher werden die Mitglieder des Stammes mit zunehmenden Alter mit mehr Respekt behandelt. 
Zudem gibt es auch Stämme die sich die Unterlippe auf Teller große Löcher dehnen. 
Die Bilder aus dem TV kennen zwar viele aber von diesem Ursprung wissen heutzutage kaum noch welche.